Schiedsrichter Test
Wertes Schiedsrichterreferat des Basketballverbandes,
nachdem ich gestern (12.10.2026) die Basketballhalle Erdbrustgasse für den ”berühmten” FIBA-Lauftest kostenlos zur Verfügung gestellt habe und den Vorgang beobachten konnte, erlaube ich mir, meine Gedanke hierzu öffentlich zu tun.
Vielleicht wissen einige der Verbandsleute von meiner Ausbildung als Psychologe mit dem Schwerpunkt Sportpsychologie und statistische Methoden in der Testanlage und Testauswertung, und meiner mehrjährigen Lehrtätigkeit an der Universität Wien Auf der Schmelz; doch dies nur nebenbei, um meine Glaubwürdigkeit weniger anzuzweifeln…
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1.) zum FIBA-Lauftest
Die jeweils vorgegebene Rundenzahl mit den Zeitlimits dienen - aus meiner Sicht - als eine gute Vorbereitung für die Tätigkeit eines Schiedsrichters. Solche Übungen sind ja auch für verschiedene Sportarten und Sportler zur Konditionierung geeignet, eventuell danach sogar mit Bestimmung der Laktatwerte in der Leistungsdiagnostik.
Hingegen halte ich dieses Verfahren als ungeeignete Voraussetzung zur Eignung eines Schiedsrichters bei Saisonbeginn. Unabhängig von den drei wichtigsten Gütekriterien eines Tests, wie Validität, Reliabilität und Objektivität (alles einschlägig nachlesbar), will ich mich nur kurz auf die Validität - also Gültigkeit - des Tests beschränken.
Allein schon plausibel nachvollziehbar ist die Tatsache, dass ein Schiedsrichter in einem Basketballspiel nie solche FIBA-Test-Läufe wird vollziehen müssen. Die Realität sieht anderes aus, jeder weiß, dass ein Schiedsrichter kurze Strecken laufen bis sprinten müsste, dabei das Spiel im Auge behalten muss, dann wieder Stopps hat und sogar Erholungsphasen in den Periodenpausen und Auszeiten hat.
Es wäre müßig, dies weiter zu beglaubigen.
Daher, wenn einen Test, dann eine valide Alternative entwickeln! Als Gedankenanregung fällt mir ad hoc die Verwendung des bekannten 4-Linien-Sprints ein, den man mit mehreren Wiederholungen als entsprechenden Schiedsrichtertest konstruieren könnte. Ich erinnere mich bloß an meine Zeit im Nationalteam, als wir diesen ”Test” zur Verbesserung der Konzentration beim Freiwerfen verwendet hatten…
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2.) zum Schiedsrichter-Fragebogen
Der jährliche Fragebogentest hat ebenso seine Tücken. Da werden 25 Fragen willkürlich ausgewählt und vorgegeben, von denen zumindest 80 % richtig beantwortet sein sollen. Zum vorher genannten Problem der Validität kommt nun auch die Reliabilität hinzu, also die Zuverlässigkeit und Genauigkeit solcher Fragebögen, wie wenn ich den Test nochmals mache, ihn halbiere oder einen parallelen Fragebogen vorgebe.
Als wesentlichstes Problem sehe ich - hier für mich - die fehlende Feststellung der Schwierigkeiten bei den einzelnen Fragestellungen (Items). Für jedes Item müsste a priori seine Schwierigkeit gemessen werden, um demnach Limits festzulegen, auf welchem Schwierigkeitsniveau der Schiedsrichter sein Wissen haben muss. Als einfaches praktisches Beispiel wird diese Forderung verständlich, wenn in einem Test Fragen eingebaut sind, die in einem wirklichen Basketballspiel nie oder kaum vorkommen, aber der Proband bemüht ist, seine 80 % richtige Antworten zu erreichen.
Als letztes Beispiel dazu; schon die Frage, ”Wie beginnt ein Basketballspiel”, mit:
A) Erstangriff mit Münzaufwurf durch den Schiedsrichter
B) Outeinwurf von der Mittellinie
C) Das Team mit dem kleinsten Spieler beginnt von der Grundlinie einzuwerfen
D) Sprungball im Mittelkreis
Allein dieses banale bis lächerliche Item könnte einen totalen Laien verunsichern…
Mit Empfehlung
Heinz Gaisrucker
Personal- und Sportpsychologe i.R.





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