Robert PERELS, geb.1937

Der 5jährige Robert Perels wird von seiner Mutter aus dem Fenster eines Zugwaggons geworfen.

Ist das grausam!?

Es ist 1942; die Mutter wird mit ihrem Sohn nach Auschwitz deportiert, in einem Viehwaggon mit darin etwa 80 Menschen. Sie weiß, wohin der Transport führt und was dort auf sie wartet. Sie sitzt mit Robert unter einem kleinen Fenster im Waggon. Mitten auf der Strecke muss der Zug anhalten. Ein 14jähriges Mädchen zwängt sich durch das Fenster und springt aus dem Zug. Jetzt überlegt die Mutter und muss sich im Augenblick entscheiden: gemeinsam mit ihrem Sohn in Auschwitz zugrunde gehen oder das Leben für ihren Sohn riskieren. Sie selber kann durch dieses zu kleine Fenster nicht fliehen; da packt sie den Buben und wirft ihn durch das Fenster. Der Zug fährt weiter, Robert und das Mädchen stehen verlassen am Bahndamm.

Das Mädchen spürt ihre Verantwortung für den Buben. Sie machen sich auf den Weg, geradeaus, nicht wissend wohin.

Sie kommen in ein Dorf, haben Glück und werden von der französischen Resistance versteckt. Beide überleben. Robert Perels kann erst Jahrzehnte später seine Geschichte erzählen. Er hatte anfangs geglaubt, seine Mutter habe ihn aus dem Zug geworfen, weil er schlimm gewesen wäre. Viel später erfuhr er vom Schicksal seiner Mutter in Auschwitz, und dass sie geglaubt hatte, so wenigstens sein Leben retten zu können. Dies ist ihr gelungen. Robert Perels lebt heute in tiefer Dankbarkeit.


ORF 2, 26.1.2021, 23.30, kreuz und quer “Vergiss nicht deinen Namen“, aus 2018


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